Mein Sommerquilttutorial, erster Teil: Die Anleitung ist so gehalten, daß hoffentlich auch Patchworkanfänger gut damit zurecht kommen. Bei Fragen einfach mailen. Viel Spaß beim Nachnähen!
Die Herausforderung: Mache eine Decke für den Garten, den Strand, das Schwimmbad, die was hermacht aber komplett aus Sachen genäht ist, die schon ewig in Deinen Schränken rumfliegen/in jedem Haushalt vorhanden sind/in jeder Kleinstadt feil geboten werden.
Und das schnell und einfach.
Die Idee: Ich nähe ich einen disappearing nine-patch, klingt zauberhaft, ist ganz einfach, später mehr, damit die ganze Familie drauf passt wird meine etwa 1,5 x 2m groß.
Man braucht:
-etwa 3,5 m2 Baumwoll-Stoff für die Quiltoberseite ( das Top). Wer es farblich so ähnlich abgrenzen möchte wie bei meiner braucht von 2 Farbrichtungen je etwa 1,5 m2, etwa einen halben m2 von der dritten Farbe.
-genug Stoff für die Rückseite, d.h. die muss ein bisschen größer werden als die Vorderseite, also z.B. 2,10m von einem Stoff der 1,60m breit ist, oder ein großes Bettlaken, oder eine alte Bettwäsche, auseinandergeschnitten und wiederzusammengesetzt,oder.... Natürlich kann die Rückseite auch aus kleineren Stücken zusammengesetzt werden. Bitte Baumwollstoff o.ä. nehmen, kein Wachstuch, weil man sonst beim Quilten Probleme bekommt.
Für die Füllung:
Ich nehme gerne dünne Vliesdecken, z.B. vom Schweden, sie sind günstig, leicht und weich, trocknen schnell und sind auch sonst pflegeleicht. Meine Maschine hat beim Quilten keine Probleme damit, sollte man im Zweifel aber ausprobieren.
Wer eine dünnere Decke haben möchte, könnte auch einfach ein Bettlaken nehmen, Stoff, z.B. Flanell, oder natürlich Original-Patchworkvlies.
Dann brauchen wir noch:
Schere oder Rollschneider
Garn (zum Quilten kein Billiggarn nehmen)
Maler-Klebeband oder Kreppband, zur Not Paketklebeband
Zum Heften entweder Nadel und Faden oder Heftnadeln oder Sprühzeitkleber
Für das Binding (die Randeinfassung) entweder Stoff (ca.30cm x 1,50) oder ca. 7,5m Schrägband.
Evt. einen wasserlöslichen Markierungsstift
Nähmaschine
Zuschneiden:
Alle die kein Lineal mit Rollschneider und Matte haben, nehmen zwei Din A 4 Blätter, kleben die so aufeinander, daß ein Quadrat entsteht (beide Seiten sollen so lang sein wie die längere Seite des Din A 4 Blattes), das dient als Schnittmuster incl. Nahtzugaben. Mit einem weichen Bleistift fortlaufende Quadrate auf die Stoffe malen und entlang der Linien ausschneiden.
Mit Rollschneider und Lineal schneidet man 11,5inch Quadrate bzw. 30cm Quadrate aus.
(Notiz: Wenn man die Breite des Stoffes voll ausnutzen möchte, sollte man das Maß evt. anpassen, z.B. bei 1,10cm Breite 27cm Quadrate schneiden-dann natürlich von allen Stoffen nur 27cm!)
Wir schneiden von den zwei größeren Stoffmengen je 20 Quadrate, von dem kleinen Stück 5 Quadrate. Vor der Auswahl der Stoffe sollte man sich evt. weiter unten ansehen wie die Quadrate später geteilt werden.
Zusammen nähen:
Nahtzugabe: Ich nähe einfach füsschenbreit, d.h. die Stoffkante verläuft beim Nähen genau an der Füsschenkante. Wichtig ist, daß man über das gesamte Zusammennähen einen gleichbleibende Nahtzugabenbreite verwendet.

Nimm 10 Quadrate von Stoff A und nähe sie in Ketten (also ohne die Naht zwischendrin abzusetzen oder zu vernähen) an 10 Quadrate von Stoff B.

Jetzt die Stücke trennen, Nahtzugaben zur einen Seite (vorzugsweise zum dunkleren Stoff) bügeln, sorgfältig bügeln, auch von rechts. (Bei mir ist es bis zum Schluss ganz wunderbar "aufgegangen", weil ich alle Nahtzugaben bei allen Teilen wenn möglich zu den pinkfarbenen Teilen hingebügelt habe)

Die anderen 10 Quadrate von Stoff A an die gegenüberliegende Kante von Stoff B nähen. Sorgfältig bügeln.

Weitere Streifen anfertigen, diesmal aus den verbleibenden Stoffen (BCB), das werden nur 5 Stück. Wieder bügeln, es ist am Besten, wenn man die Nahtzugaben bei diesen Streifen in die andere Richtung bügelt, damit beim Aneinandernähen nicht alle Nahtzugaben aufeinandertreffen.

Die Streifen aneinandernähen, Nahtlinien treffen auf einander.Mit Stecknadeln fixiert man die nach vorne zeigenden Nahtzugaben, damit man sie beim Drübernähen nicht versehentlich umklappt.

Nach jeder Naht sorgfältig bügeln, so sehen die Nahtkreuzungen von hinten dann aus.

Das Ergebnis nennt man Nine-Patch-Block, 5 Stück müssen wir davon haben.
Gar nicht dran gewöhnen, jetzt brauchen wir wieder die Schere oder den Rollschneider:

Alle Blöcke kreuzweise durchschneiden.

Und neu zusammenlegen, am Besten so vorgehen, erst zwei...

...dann vier...

...dann nochmal zwei...

...und die nächsten...usw.(5 Reihen à 4 Blöcke)

Das Ergebnis sollte man jetzt kritisch begutachten, ist es farblich ausgewogen, häufen sich die gleichen Stoffe oder Muster an manchen Stellen, usw.? Die Blöcke bitte tauschen bis alles wunschgemäss ist.
Damit ich nicht durcheinanderkomme, lasse ich ab hier alles, was nicht im Moment genäht wird am Boden liegen. Jetzt werden erst Streifen zusammengenäht, diese, ihr ahnt es schon, sorgfältig gebügelt (Nahtzugaben abwechselnd erst bei einem Streifen alle nach links bügeln, beim nächsten alle nach rechts usw., ich hab immer zu den pinkfarbenen Streifen gebügelt, das ging auf), dann die Streifen aneinandergenäht. Hier wieder alle Nahtzugaben die in Richtung Nähmaschine zeigen mit Stecknadeln fixieren und darauf achten, daß die Nahtlinien aufeinander treffen. Bei diesen letzten Nähten sichere ich die Nahtenden und Anfänge (die dann ja am Rand des Tops liegen) mit wenigen Rückstichen, sicher ist sicher.

Jetzt wird (zum vorletzten Mal) alles gebügelt und dann vermessen, wir messen die Länge und Breite jeweils in der Mitte. Anschliessend vorsichtig zusammenfalten und weglegen.
Rückseite:
Das Mass nach dem vermessenen Top festlegen und Nähen. Sie muss in beide Richtungen einige (6-10)cm größer sein als das Top.
Zum Heften komme ich dann im nächsten Teil