Teil 3: Der Zuschnitt:Bisschen spät, die Erkältung hatte mich ziemlich im Griff. Gestern abend habe ich mich endlich an meine Kleider (jaaa, Mehrzahl...) machen können. Ich gehöre eher zu den ungeduldigen Schneiderlein und habe beschlossen, daß das Vintage-Kleid, was ich letzten Mittwoch (runterscrollen) angekündigt habe, doch bitte schon am dritten Advent fertig sein soll, da könnte ich es nämlich gut gebrauchen.
Auch ich schneide nicht so gerne zu, habe aber das Glück einen großen Tisch und eine große Schneidematte zu haben, kann also relativ rückenschonend arbeiten. Ab und an muss ich trotzdem mal was auf dem Boden zuschneiden, aber das ist echt grauenhaft...
Ich bin eher der flotte Typ, Zackzack mit dem Rollschneider rein in den Stoff, da müssen die Teile noch nicht mal festgesteckt werden, es reichen Gewichte (z.B. Teelichter, siehe Foto), Schneiderkreide verwende ich höchst selten, ich markiere alles mit kleinen Knipsern. Wenn ich ganz genau arbeiten möchte, kommt mal ein Heftfaden in die vordere Mitte oder so, aber nicht immer. Abnäher z.B. markiere ich mit Knipsern in der Nahtzugabe und Stecknadeln am Endpunkt, das reicht.
Um irgendwie drumrum zu kommen, erst ein Probemodell zu Nähen, habe ich den Ottobre-Schnitt ausgiebig mit zwei anderen, schon genähten Kleiderschnitten verglichen. Dabei kam ich knapp auf Größe 42 (bei Knip nehme ich für Oberteile immer 40...!) und habe die dann tapfer abgepaust.
Mit dem amerikanischen Vintageschnitt verhielt es sich so, daß zum einen die Größe (15) mir nicht viel sagte als auch in den Schnitteilen dann noch die Nahtzugabe enthalten ist. Wobei man von Glück sagen kann, daß auf diesem Advance-Schnitt die Nahtlinien wenigstens eingezeichnet sind. Eigentlich mag ich keine Schnitte mit enthaltenen Nahtzugaben, ich schneide die nämlich sonst nach Augenmass dran und nähe das gleiche Augenmass wieder ab (äh, verständlich??). An Säumen behelfe ich mir mit Knipsern in Saumhöhe usw. Wenn jetzt die Nahtzugabe vom Hersteller vorgegeben ist, muss ich mein Augenmass quasi anpassen, mir wär es lieber andersrum. Aber das ist sicher nur eine Frage der Gewöhnung...
Die Rockteile habe ich nicht verwendet, ich möchte ja ein langes Kleid, also habe ich relativ frei Schnauze Rockteile mit Rundung an der Taille nach den Ottobre-Rockteilen ausgeschnitten. Der Vintageschnitt wird am Oberteil in der Taille leicht angekräuselt (da kommt dann ein Gürtel drüber), da lässt sich also alles mögliche annähen. Viel Spielraum hatte ich für die Rockteile nicht, mir war garnicht mehr klar wieviel Stoff man für ein langes Kleid mit Ärmeln braucht, der Wollcrepe hat gerade so gereicht.
Und ich nähe jetzt das Vintagekleid zuerst, sozusagen als Probemodell für den Ottobre-Schnitt ;-)
Immerhin ist die enthaltene Nahtzugabe so reichlich, daß einiges an Änderungen möglich wäre, wenn nötig. Drückt mir die Daumen! Ich bin so gespannt...
Hier geht es zu den anderen, aber die habt ihr sicher schon durchgeklickt.




